Print this Page. Send this Page.

First Workshop of the DFG-funded Network "Entangled Histories of Art and Migration: Forms, Visibilities, Agents"

Exile, Diaspora, Flight, Expulsion, (labor) Migration. Concepts and Notions in the Context of Art Historical Methods (in German)

Der erste Workshop des Netzwerks zu den Konzepten und Begriffen von Exil, Emigration, Diaspora, Flucht, Vertreibung, Migration und Arbeitsmigration reflektiert die Benennungen, die den temporären oder dauerhaften transnationalen Wechsel des Wohnortes bezeichnen und deren Semantiken aus kunst- und kulturwissenschaftlicher Perspektive.

Gerade die politische Instrumentalisierung dieser verschiedenen Begriffe, macht die Reflektion ihrer Geschichte, Konzepte und Zuschreibungen unabdingbar. In der öffentlichen Debatte um die vermeintliche „Flüchtlingskrise“ hat die Differenzierung zwischen Geflüchteten, „Asylanten“ oder „Wirtschaftsmigrant/innen“ eine besondere Brisanz. Den einen wird eine politische Legitimation ihrer Flucht zumindest nicht von vornherein aberkannt, die anderen scheinen „nur“ in der Hoffnung auf ein ökonomisch besseres Leben zu kommen. Die terminologische Definition ist dabei wesentlich an die Ursachen der Ortswechsel gebunden. Exil, Emigration, Diaspora, Flucht, Vertreibung, Migration und Arbeitsmigration kennzeichnen unterschiedliche Phänomene dieser grenzübergreifenden Ortsverlagerungen, die auch für das Selbstverständnis und das Arbeitsprogramm wissenschaftlicher Disziplinen kategorial sind.

In dem ersten Workshop des Netzwerks soll als Ausgangspunkt über die gemeinsame weitere Forschung über Konzepte und Begriffe von transnationalen Wohnortwechseln und ihre Semantiken aus kunst- und kulturwissenschaftlicher Perspektive diskutiert werden.

Wie notwendig ist für die Forschung eine feine Differenzierung zwischen verschiedensten Fluchtursachen, historischen Kontexten und ihren Benennungen? Welche Konzepte hängen diesen Begriffen an und wieweit sollten sie aus der Erfahrung aktueller globaler Fluchtdynamiken revidiert oder neu justiert werden? Wie verhalten sich begriffliche Konturierungen, die in der Wissenschaft verwendet und damit legitimiert werden, zu ihrer politischen oder gesellschaftlichen Verwendung? Und wie lässt sich vermeiden, dass mit Beschreibungen von Migration als „Mobilität“ oder „moderner Nomadismus“, wie sie in Wissenschaft und Populärkultur zu finden sind, eine Nivellierung und Vereinheitlichung existenzieller Migrations- und Fluchterfahrungen stattfindet?

Quer zu den zu analysierenden grundlegenden Begriffen sollen kunstwissenschaftliche Konzepte einbezogen werden, die in den vergangenen Jahren ebenfalls mit grenzübergreifenden Dislozierungen operierten, darunter Kunst- oder Kulturtransfer, Kontaktzonen und auch Transkulturalität. Überdies sollen auch klassische Methoden der Kunstgeschichte wie Ikonographie/Ikonologie, Kunstsoziologie oder Materialikonographie auf ihr Potenzial für die kunstwissenschaftliche Migrationsforschung zur Diskussion stehen.

Sie können das Programm des Workshops hier als PDF herunterladen.

Bitte beachten Sie, dass es sich um einen geschlossenen Workshop handelt.

Gerne laden wir Sie jedoch zum öffentlichen Abendvortrag von Jasmina Tumbas "Necropolitics and the Position of Ethnic Roma in Europe: Art as Resistance" am Freitag den 18.01.2019 um 18 Uhr in der Zentnerstraße 31 in München ein.

 

 

Search

Date

January 18 - 19, 2019

Venue

Institute of History and the Arts at the LMU Munich Zentnerstraße 31 80798 Munich

Public Evening Lecture

Necropolitics and the Position of Ethnic Roma in Europe: Art as Resistance

Friday the 18th of January 2019 at 6 pm

Institute of History and the Arts at the LMU Munich, Zentnerstraße 31, 80798 Munich

Jasmina Tumbas (Visiting Research Fellow at the Graduate School for East and Southeast European Studies, Dec 2018 to Jan 2019)