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Workshop: Das Jahr ohne Sommer 1816 – Visualisierung des Klimawandels

Wann: 27. Januar 2012

Wo: KJC, Bibliothek, 14.00 (s.t.) – 17.00
 
Prof. Stefan Brönnimann
– Das Jahr ohne Sommer 1816 . Dokumentieren – Verstehen- Modellieren
Daniel Krämer - Visualisierungsmöglichkeiten des «Jahres ohne Sommer» 1816

Im Rahmen des Projekts “Images of Disasters” soll der Workshop dazu dienen die unterschiedlichen Visualisierungen des Klimawandels zu erforschen. Für die Klimaforschung spielen Bilder eine wichtige Rolle, da das Klima auf der Grundlage von Visualisierungsmethoden überhaupt erst anschaulich gemacht werden kann. Prof. Stefan Brönnimann von der Universität Bern stellt die Ergebnisse einer Modellstudie vor, die die Auswirkungen des Vulkanausbruchs Tambora auf das Klima in Europa darstellt. Daniel Krämer (Historisches Institut, Universität Bern) nähert sich diesem Thema aus der Perspektive der  Historischen Klimatologie. Er geht verstärkt auf die Ursachen, Rahmenbedingungen und die Folgen des Jahres ohne Sommer ein. Die Historische Klimatologie versucht  vergangene Klimaverhältnisse zu rekonstruieren und die soziale Verletzlichkeit vergangener Gesellschaften zu untersuchen. Als Quellen dienen unter anderem Augenzeugenberichte, Dokumentarsendungen, literarische Zeugnisse, Gemälde als auch wissenschaftliche Darstellungen, die das Bild der klimatischen Auswirkungen darstellen und prägen. Daniel Krämer wird einige dieser Visualisierungsmöglichkeiten vorstellen.   


Prof. Stefan Brönnimann leitet die Gruppe für Klimatologie am Geographischen Institut der Universität Bern und gehört wie Daniel Krämer auch zum Oeschger Zentrum für Klimaforschung. Das Oschger Zentrum für Klimaforschung stellt eine interdisziplinäre Forschung dar, die zugleich Natur-, Sozial und Wirtschaftswissenschaften in den Fokus stellt. Daniel Krämer arbeitet außerdem am Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte in Bern und promoviert dort über Die Hungerkrise 1816/17 in der Schweiz.


Dr. Birgit Schneider
(Insitut für Kunst und Medien/ Universität Potsdam) wird als Diskutantin an dem Workshop teilnehmen. 2009 begann sie als Dilthey-Stipendiatin der Thyssen-Stiftung das Forschungsprojekt zum Thema Klimabilder, wobei es um die Erforschung einer Typologie der Visualisierung des Klimas und seiner Wandlungen seit 1800 geht und der Frage nachgegangen wird, wie Methoden der analytischen Grafik Wissen, Erkenntnis, Denken und Forschen verändern und formen.


Abstract (Stefan Brönnimann)

 „Simulation der Klimaauswirkungen des Tambora-Ausbruchs 1815“
Verstehen wir die Ursachen hinter dem „Jahr ohne Sommer“ 1816? Kennen wir die Mechanismen, wie sich ein starker tropischer Vulkanausbruch auf das Klima in Europa auswirkt? Welcher Anteil des „Jahrs ohne Sommer“ lässt sich durch den Ausbruch des Tambora erklären? Der Vortrag präsentiert die Ergebnisse einer Modellstudie. Die Studie beginnt mit der 1-dimensionalen Betrachtung der Eruptionswolke (wie hoch reichte die Wolke hinauf?), braucht die Ergebnisse dann für die 2-dimensionale Simulation der stratosphärischen Aerosole (wohin werden die Aerosole transportiert? wie verändern sie sich?), welche dann letztlich in ein Chemie-Klimamodell gespiesen werden. Die Resultate zeigen Erstaunliches: Im Modell werden die Aerosole zu einem grossen Teil in die Südhemisphäre transportiert. In der Nordhemisphäre wird die Langzeitwirkung dadurch gemildert, dass wegen der grossen Menge ausgestossenen Schwefeldioxidgases grosse Teilchen entstehen, die auch relativ rasch herausfallen. Im Klimamodell wird es in Europa zwar kälter, aber nicht in katastrophalem Ausmass, und die regionalen Unterschiede sind gross.
  


Organisatoren: A6 (Cultures of Disaster) und D17 (Images of Disasters)  

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