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Europäisches Kulturerbe. Bilder - Traditionen - Konfigurationen.

Internationale Tagung, Universität Kassel (8.-9. October 2010)

Angkor Wat in der Pariser Kolonialausstellung 1931

Presentation

Angkor Vat liegt in Europa! Ein transkulturelles Statement zum  Label des "Europäischen Kulturerbes"

In der Konstruktion einer ästhetischen Einheit Europas ordnet der Europarat dem architektonischen Kulturerbe seit den späten 1960er Jahren eine führende Rolle zu. Zwangsläufig noch mehr als im Diskurs der UNESCO hinsichtlich eines universalen Welterbes, bedarf es für die erfolgreiche Vermarktung des Labels "Europäisches Kulturerbe" jedoch einer stringenten Definition des territorialen und kollektiv-identifikatorischen Rahmens, die bisher ausblieb (ausbleiben mußte?).

Mit dem Fokus auf transkulturelle Übersetzungsprozesse konfrontiert dieser Beitrag die angeblich festgeschriebenen Kulturerbe-Charakteristika von territorialer Bestimmtheit, monumentaler Substanz, Dichte, Homogenität, Permanenz und Kollektividentität mit grenzüberschreitenden, flüchtig-bildhaften, dritträumigen, hybriden, ephemeren und heterogenen Parametern. Als Fallbeispiel dient der kambodschanische Tempel von Angkor Vat, der seit 1889 in französischen Kolonial- und Weltausstellungen bis zum Maßstab 1:1 (1931) nachgebaut wurde und dessen Versatzstücke in Form von Gipsabgüssen heute in vergessenen Archiven wieder auftauchen – ein europäisches Kulturerbe "lost in translation"? 

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