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Globale Kunstgeschichte

Plato plays music, source: British Library

Der Forschungsbereich "Globale Kunstgeschichte" ist neu und wird weltweit von nur wenigen wissenschaftlichen Institutionen näher beleuchtet. Der Exzellenzcluster der Universität Heidelberg "Asien und Europa im Globalen Kontext" hat die bundesweit erste und bisher einzige Professur auf diesem Gebiet eingerichtet.
 
Die Kunstgeschichte zählte bislang zu den am stärksten in hermeneutisch und regional begrenzten analytischen Strukturen verwurzelten Fachrichtungen. Da Kunst und das Schreiben über Kunst sehr eng mit einer Vielzahl an Projekten der Identitätsformationen - insbesondere nationalistischer Natur - verknüpft war, ist dies wenig überraschend. Ein solches Paradigma schließt jedoch die Gewinnung von Erkenntnissen über kulturelle Dynamiken und Überschneidungen von vorneherein aus, die dem zugrunde liegen, was über Diskurse zu kultureller Reinheit und Originalität sowie die sie nährenden Formen kulturellen Essentialismus' vermittelt wird.

Das von Prof. Monica Juneja und den Mitarbeitern/innen ihres Lehrstuhls, Dr. Michael Falser und Franziska Koch skizzierte Programm der Globalen Kunstgeschichte, das sich noch im Entwicklungsstadium befindet, sieht die Dekonstruktion disziplinärer Modelle innerhalb der Kunstgeschichte vor, die Erfahrungen und Praktiken der Verwicklung in der Vergangenheit marginalisiert haben. Die Suche nach neuen Systemen erfordert die Untersuchung der Ausbildung von Kunst und visuellen Praktiken in Form von polyzentrischen und multivokalen Prozessen.

Schon in der antiken Welt haben Kunstgegenstände, Wanderkünstler und visuelle Modelle auf Wanderschaft grundsätzlich eine allgemein zugängliche öffentliche Sphäre gemeinsamer Bedeutungen und Ausdrucksformen geschaffen, die nur bedingt durch territoriale und kulturelle Formationen begrenzt wurden, die sich mit der Bildung von Nationalstaaten herauskristallisierten.

Am Anfang des Projekts 'Globale Kunstgeschichte' steht die Wiedereinsetzung ihrer Analyseeinheiten, und der Austausch festgelegter Regionen durch mobile Kontaktzonen mit sich wandelnden Grenzen. Dies würde die Konzeptualisierung visueller Praktiken als wechselseitig entstandene Modelle ermöglichen, deren Formierungsgrundlage Verhandlungen zwischen multiplen Produktionszentren und Verknüpfungen zwischen Lokalem und Kanonischem sind.

Der Forschungs- und Lehrauftrag dieser Abteilung positioniert das Europäische und das Nicht-Europäische mit dem Ziel in einem gemeinsamen Feld, eine nicht-hierarchische konzeptuelle Systematik und Sprache zu entwickeln, die Unterschiede historisiert ohne diese zu essentialisieren. Im Mittelpunkt der Projekte stehen die Erforschung des Erbes als transkulturelles Konzept, Ausstellungspraktiken in Asien sowie in Europa, kritische Untersuchungen zur Dezentrierung und Rekonfigurierung des Modernismus sowie die Erforschung der disziplinären Herausbildung der Kunstgeschichte im kolonialen und postkolonialen Südasien.

Prof. Dr. Monica Juneja

Prof. Dr. Monica Juneja

Prof. Dr. Monica Juneja ist seit Januar 2009 Professorin für Globale Kunstgeschichte am Cluster "Asien und Europa". Vor ihrer Berufung nach Heidelberg war sie als Professorin am Department of History, University of Delhi, Indien, und als Gastprofessorin an den Universitäten Emory (USA),Hannover, Heidelberg, Bielefeld und Halle a. d. Saale tätig. Nach ihrem Studium an der University of Delhi war sie Doktorandin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris, sowie Stipendiatin der Maison des Sciences de l'Homme, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Alexander von Humboldt-Stiftung und der VolkswagenStiftung.
Ihre Forschungsschwerpunke liegen auf Europastudien und Indologie und umfassen Praktiken der visuellen Repräsentation, Aspekte vergleichender und transnationaler Geschichte, religiöse Konversion, geschlechterspezifische und politische Ikonographie.  

Kontakt


Tel:
+49 (0) 6221-54 4322
E-Mail: juneja@asia-europe.uni-heidelberg.de

Sprechzeiten: Donnerstag, 14.00 bis 15.00 Uhr oder nach Vereinbarung
Büro: Karl Jaspers Zentrum, Raum 106
  

Team

Dr.-Ing. Mag. Michael S. Falser
Research Fellow

Franziska Koch (Doktorandin)
Assistentin

Doktoranden

Externe Forschungspartner

Dr. Indra Sengupta (German Historical Institute London)
Research Fellow

Studentische Hilfskräfte

Jennifer Pochodzalla
Madeleine Rettig
Sandra Schwab

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