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B4 Transkulturelle Visualität (Projekt abgeschlossen)

Lerngruppe Transkulturelle Visualität

Koordination: Christiane Brosius, Barbara Mittler, Sumathi Ramaswamy

Zusammenfassung

“Transcultural Visual Studies” sind ein Feld voller neuer Herausforderungen für Kunsthistoriker, Medienwissenschaftler und Globalisierungstheoretiker. Der Begriff selbst hat seinen Ursprung in Debatten rund um den ‚pictorial turn‘ (W. J. T. Mitchell 1994), um „Intervisualiät“ (z.B. Mirzoeff 2001), „interocularity“ (Mirzoeff 2000) oder auch in der Frage nach der Rolle von Medien in Migrations- und Globalisierungskontexten. Gerade Bilder spielen in solchen Prozessen eine große Rolle. Dies ist in den Geisteswissenschaften zwar allgemein anerkannt, wurde jedoch bislang nur am Rande untersucht.

Der Fluss von Bildern über geographische, kulturelle und disziplinäre Grenzen hinweg rückte spätestens durch die Debatten um die Mohammed-Karikaturen in das Zentrum des öffentlichen Interesses. Davon ausgehend, dass transkulturelle Flüsse keineswegs symmetrisch sind, sondern durch verschiedene Kräfte, Motivationen und Diskurse gesteuert werden, bieten solche Bilderwanderungen einen Untersuchungshorizont, der, bindet man sie an zeitgenössische theoretische Debatten und an konkrete Fallstudien aus der Cluster-Agenda an, im Hinblick auf die Erforschung von Asymmetrien in transkulturellen Austauschprozesse äußerst aufschlussreich sind.
Das Programm dieses Wissenschaftskollegs widmet sich genau derlei Themen. Es entwickelte sich aus der Erörterung von Fragen zur Bedeutung von Visualität im Kontext von asymmetrischen Flüssen zwischen Asien und Europa, sowie innerhalb Asiens. Eine Kerngruppe von zehn Wissenschaftlern/innen aus Heidelberg sowie aus anderen Ländern, zum Beispiel Indien, Amerika und Kanada, befasst sich theoretisch und methodisch mit den Hauptschauplätzen transkultureller visueller Kultur in verschiedenen Forschungsfeldern, die mit den Zielen des Forschungsbereichs B in Verbindung stehen: Archivierungspraktiken (Heidelberg 2009); Ikonen/Ikonoclash, Affekt und Spektakel (Neu Delhi 2010); Farben- Sensorium transkulturell (Istanbul 2011).

Diese Kerngruppe trifft sich jährlich in Workshops. Sie bespricht gemeinsam gelesene Texte, wendet die Diskussionsergebnisse auf ihre eigene Arbeit an und lädt Fachleute, interessierte Wissenschaftler/innen, Studierende und Personen des öffentlichen Lebens zwecks externen Feedbacks ein. Abschließende Ziele sind eine internationale Konferenz, editierte Publikationen, gemeinsame Lehrtätigkeiten und die Entwicklung von innovativem Lehrmaterial.

 

Ziele der „Transcultural Visuality Learning Group“

Die Idee der Lerngruppe ist es, a) systematisch die strukturelle Anomalie visueller Flüsse zu untersuchen, b) ein gründliches diskutieren der Schlüsselthemen des Clusters und besonders des Forschungsbereichs B zu ermöglichen und c) die Gelegenheit zu bieten, von anderen Experten des gleichen Feldes zu lernen. Ein weiteres Ziel ist es, über den Rahmen individueller Forschungsprojekte hinaus, übergeordnete Themen des Clusters, wie Öffentlichkeit, Medien-Flüsse und Medienwandel, mobile Bilder und Menschen interdisziplinär zu bearbeiten. Dies fördert die Vernetzung der einzelnen Forschungsprojekte und bereichert nicht nur die Forschung, sondern wird auch dazu eingesetzt, innovative neue Lehrmethoden in Bezug auf Transkulturalität und neue Medientechnologien zu entwickeln.
Die „Transcultural Visual Learning Group“ erarbeitet dies mit Hilfe jährlich statt findender Workshops, sowie mit Lehrveranstaltungen und anderen Projekten, die in der dreijährigen Projektphase zum Thema transkultureller Visualität lanciert werden.    

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