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A9 Kulturtransfer (Projekt abgeschlossen)

Kulturtransfer als Faktor der Staatsbildung

Koordination: Antje Flüchter

Zusammenfassung

Während der moderne Staat in der Vergangenheit als ursprünglich europäisches Phänomen galt, basiert dieses Projekt auf der Annahme, dass kultureller Kontakt immer mit kulturellen Austauschprozessen einhergeht und die Erschaffung des modernen europäischen Staates Teil eines von wechselnden Asymmetrien bestimmten Prozesses war.
Ziel des Projekts ist die Durchführung einer mehrschichtigen Fallstudie, die speziell die frühneuzeitlichen asiatisch-europäischen Beziehungen und ihre Auswirkung auf die Staatsbildungsprozesse als Beispiel für globale Asymmetrien in den Blick nimmt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Europäer/innen im frühneuzeitlichen Asien mit mächtigen und sogar überlegenen Partnern konfrontiert wurden und ausgeklügelte Regierungs- und Verwaltungssysteme antrafen.
Die Nachwuchsforschergruppe untersucht die Auswirkung dieser Erfahrung auf die Entwicklung des Staatsbildungsprozesses auf mehreren Ebenen: Wie funktionierte der kulturelle Kontakt innerhalb der Kontaktzonen? Wie haben die europäischen und asiatischen Gemeinschaften kommuniziert, und wie haben sie kulturelle Unterschiede wahrgenommen und übersetzt? Wie integrierte die 'empfangende' Kultur das daraus resultierende Wissen in die politische Theorie? Lassen sich Spuren eines beabsichtigten Transfers oder Homologien in den Strukturen der Regierungskunst und Verwaltung in der europäischen und asiatischen politischen Praxis erkennen? Aufgrund der Verknüpfung der Regierungskunst und Verwaltung mit vielen anderen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen möchte das Projekt die Faktoren näher beleuchten, die Staatsbildungsprozesse beeinflussen.
Wichtige und viel versprechende Forschungsgebiete sind Handel, Diplomatie, Militär und Religion. Die Nachwuchsforschergruppe sieht mehrere Teilprojekte vor: Eine Fallstudie analysiert die Interrelation zwischen den Erfahrungen aus den politischen Praktiken Asiens und Europas. Im Mittelpunkt stehen hier die Bestrebungen des Aufbaus transnationaler Handelsbeziehungen im Heiligen Römischen Reich und die Auswirkung solcher transnationaler Netzwerke auf europäische Entwicklungen am Beispiel von Friedrichstadt in Schleswig-Holstein-Gottorf und Surat im Mongolischen Reich.
Weitere Fallstudien untersuchen Arten und Praktiken der transkulturellen Wahrnehmung, Übersetzung und Interaktion und bieten somit zusätzliche vergleichende Blickwinkel. Mit diesen Fallstudien möchte die Forschungsgruppe detaillierte Forschungsergebnisse erzielen, die ergründen, wie und wo Kontakte und kulturelle Austauschprozesse in wechselnden europäisch-asiatischen Asymmetrien stattfanden, und wann und wo kulturelle Grenzen errichtet, festgelegt und verändert wurden.

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