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A8 Wie lehrt man Identität? (Projekt abgeschlossen)

Wie lehrt man Identität?: Neuerschaffung des Bürgers in chinesisch- und japanischsprachigen Geschichtslehrbüchern in der Mandschurei (1931-1945)

Koordination: Gotelind Müller-Saini, Wolfgang Seifert

Zusammenfassung

Die Mandschurei war in den 30er und frühen 40er Jahren Versuchsgelände für die Erschaffung und Neuerschaffung einer Bürgeridentität im Spannungsfeld japanischer, chinesischer und "mandschurischer" Interessen. Dies spiegelt sich im Wesen des damaligen Geschichtsunterrichts in Schulen wider. Die Analyse zweier kompletter Sätze an Schulbüchern, der eine für die japanischen und der andere für die chinesischen Bewohner der Mandschurei verfasst, wirft die Frage einer konstruierten zweifachen "mandschurischen" Identität auf, der Identitätskonstruktionen gegenübergestellt werden sollen, die zeitgleich Chinesen außerhalb der Mandschurei und Japanern in ihrem Heimatland vermittelt wurden.
Die sich überschneidenden und wechselnden Identitätsdiskurse weisen auf strittige Machtverhältnisse bei der Definition des "Bürgers" zwischen dem "Marionettenstaat Manchukuo", dem japanischen Staat und lokalen/regionalen Akteuren in einem quasi-kolonialen Rahmen hin. Das Bildungssystem und die Schulbücher selbst sind eng an westliche Modelle angelehnt.

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