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A5 Nationising the Dynasty (Projekt abgeschlossen)

Nationising the Dynasty. Asymmetrical Flows in Conceptions of Government

Koordination: Gita Dharampal-Frick, Barbara Mittler, Thomas Maissen, Bernd Schneidmüller

Zusammenfassung

Projektmitglieder von A5

Projektmitglieder von A5

Nationalstaaten sind ein vergleichsweise junges Phänomen, dessen Konzept ursprünglich in Europa in einer Neuinterpretation chinesischer Modelle politisch-kultureller Einheit entwickelt wurde. Gewöhnlich sind diese selbst ernannten „Nationen“ Überreste großer transnationaler Reiche unter dynastischer Herrschaft, die bis dahin in der Weltgeschichte zumeist den Normalfall darstellten. Jedoch gelang es den sich seit dem 18. Jahrhundert formierenden Nationalstaaten, wesentlich mehr Ressourcen zu aktivieren, als es den zuvor bestehenden Reichen je möglich war, weshalb jene zum vorherrschenden Regierungsmodell in der modernen und globalisierten Welt wurden – nicht zuletzt auch in Asien. Dementsprechend mussten dynastische Herrscher, wenn sie ihre Herrschaft dauerhaft sichern wollten, unter Beweis stellen, dass sie die besten Fürsprecher der Anliegen ihrer Nation waren – ein Anspruch, der in gewisser Weise im Widerspruch zu einer Legitimation steht, die sich auf Gottesgnadentum und Familientraditionen gründet.
Das Projekt will untersuchen, durch welche Mittel und Symbole die Dynastie "nationalisiert" wurde, durch welche Diskurse dieser Prozess begleitet oder beeinflusst wurde, und welche Rolle die jeweiligen Modelle, d.h. asiatische Modelle in Europa und europäische Modelle in Asien, bei diesem Prozess spielten.

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